Zu viel kann manchmal wirklich zu viel sein

«Listening Fatigue» oder auch «Hearing Fatigue» kann sehr unangenehm sein. Es ist zwar keine Krankheit und wird auch nicht als solche therapiert, aber für Menschen mit Hörverlust stellt es eine Herausforderung dar. Und auch ich leide darunter.

Es ist nämlich nichts anderes als eine Ermüdung, wenn man sich lange auf ein Gespräch konzentrieren muss. Besonders schwer wird es, wenn Nebengeräusche bestehen. Das Gehirn muss sich hier extra anstrengen, dem Gesagten zu folgen und die daraus resultierenden Symptome können Müdigkeit, Konzentrationsverlust, Empfindlichkeitsverlust, Unbehagen oder sogar Schmerzen sein.


Nachfolgend habe ich deshalb fünf Tipps für euch, was ich dagegen tue:


1. Have a break …


Ein erwachsener Mensch braucht zwischen sieben und neun Stunden Schlaf, wobei es natürlich auch auf den Menschen und seine Lebensumstände ankommt. Doch ohne Schlaf würde er nicht überleben und da wir keine Maschinen sind, brauchen auch wir ab und an unsere Auszeiten. Das kann genügend Schlaf sein oder auch kleine Auszeiten während des Tages. Und das kann das simple Aufstehen-vom-Arbeitsplatz-und-zur-Kaffeemaschine-gehen sein oder auch der nachfolgende Tipp.

2. Fresh Prince of ...


Sport tut gut – nicht nur dem Körper, sondern auch unserem Geist. Wer aber eher ein Sportmuffel ist, kann sich auch anderweitig sportlich betätigen. Zum Beispiel bei einem Spaziergang. Ich liebe meine kleinen Auszeiten und Runden im Wald, wo ich wieder Kraft und Ruhe tanken kann. Auch vor oder nach einem längeren Gespräch, bei welchem ich mich konzentrieren muss, kommt mir diese Auszeit gelegen.

3. Noisy Noise


Und wenn ich weggehe, in einem Café oder Restaurant sitze, dann wähle ich Orte aus, die wenig bis gar keine Nebengeräusche haben. Also setze ich mich z. B. nicht in ein volles Café an einer vielbefahrenen Strasse oder lasse bei einem Gespräch das Radio laufen.

4. Talk to me!


Was mir noch hilft ist, dass ich dem Gesprächspartner gegenübersitze. So kann ich direkt mit ihm kommunizieren und sehe, wenn er mir etwas mitteilen möchte. Nun muss ich hier anmerken, dass ich nicht von den Lippen ablesen kann. Auch kenne ich niemand, der das kann. Denn das ist ganz schön schwer, aber ich habe gelernt, auch aus Bruchstücken mir die Sätze zusammen zu reimen. Und wenn ich doch nicht alles (oder nichts) verstanden habe, frage ich nach.

5. Deaf'n'Proud


Und natürlich ganz wichtig: Ich trage stets meine Hörgeräte. Diese filtern mögliche Nebengeräusche und ich kann mich besser auf das Gesagte konzentrieren. Funktioniert natürlich nicht immer und schon gar nicht, wenn die «Listening Fatigue» eingesetzt hat. Aber sie sind trotzdem eine Hilfe, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.

Und sollten wir uns mal sehen, habt bitte ein wenig Verständnis. Vor allem, wenn ich plötzlich anfange zu gähnen. Dann liegt es sicher daran, dass ich mich so konzentrieren muss und weniger an unserem Gespräch. Versprochen!

Eure Anne 💋

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