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Face it - meine Fazialisparese und ich

Erst kürzlich veröffentlichte ich via Instagram einen Post zu meiner Gesichtslähmung, auch Fazialisparese genannt. Das mache ich regelmässig, schliesslich sind meine «Hauptthemen» Hirnerkrankungen, die Gehörlosigkeit und natürlich auch alles rund um mein schiefes Gesicht. 😁


Und vom 01. bis 07. März 2023 ist wieder die «Facial Palsy Awareness Week». Da dachte ich, ein Beitrag zu dem Thema kommt wie gelegen. Schliesslich gedenkt man all jenen, die auch so schief herumlaufen müssen wie ich. Dabei wissen viele aber gar nicht, was eine Fazialisparese überhaupt ist und wie man diese bekommen kann.


Auch gebe ich gerne am Ende dieses Beitrages ein paar Tipps, was ich gemacht habe, um ein wenig Besserung zu erzielen.


Bei einer Fazialisparese handelt es sich um die Lähmung des Gesichtsnervs, auch Nervus facialis genannt. Über diesen laufen die Impulse aus dem Gehirn zu den Muskeln in der Stirn, den Wangen, den Mund und den Hals. Entstehen kann die Fazialisparese durch zum Beispiel zu viel Stress oder auch Hirnoperationen. Das muss aber nicht geschehen. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Krankheiten, Symptome, Beschwerden, der Krankheitsverlauf, etc. Auch, wenn man zum Beispiel den gleichen Hirntumor hatte wie ich heisst es nicht, dass man nach einer Hirnoperation eine Gesichtslähmung bekommt.


Eine Lähmung kann jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten, je nach Erkrankung und Genesungsstatus des Patienten. Es gibt aber auch Patienten, bei denen sich keine 100%ige Heilung einstellt, so wie das bei mir der Fall ist. Bei mir haben sich Spastiken gebildet und wenn ich esse, gähne, niese oder lache verzieht sich mein Gesicht. Dann habe ich unkontrollierte Zuckungen und muss auch den rechten Mundwinkel manuell heben. Tue ich dies, schliesst jedoch das rechte Auge automatisch und auch sonst ziehen die Nerven in der Wange in den Hals runter. Das kann mitunter ganz schön unangenehm sein.


Was man hiergegen tun kann, entscheidet der behandelnde Arzt. Daher gibt es auch nicht DIE eine Behandlung, doch verschiedene Therapiemöglichkeiten, wie zum Beispiel Logopädie, Akupunktur oder sogar medizinisches Botox. Auch eine Operation kann in Erwägung gezogen werden, was ich jedoch bis dato vermieden habe. Dann nämlich müsste der Kopf noch einmal geöffnet werden. Ich hatte aber lange Logopädie, wobei ein grösserer Erfolg aus blieb.


Was man jedoch selber und zu Hause machen kann, sind sanfte Gesichtsmassagen und Übungen vor dem Spiegel: Die Stirn runzeln, den Mund zum Kussmund formen und das Lächeln üben.


Auch habe ich mir laut aus Büchern vorgelesen, da meine Aussprache anfänglich sehr undeutlich war. Buchstaben wie «B» oder «P» kamen gar nicht klar verständlich über meine Lippen.


Und man sollte vorsichtig beim Essen sein, da man sich schnell selber beissen und damit verletzen kann.

Ich lebe aber jetzt seit vier Jahren mit der Lähmung und komme mittlerweile ganz gut damit klar. Ich akzeptiere mich einfach so, wie ich (jetzt) bin. Und ich mag mein schiefes Gesicht. Das macht mich einzigartig. 😁

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